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Sozialministerin Müller: „Brandenburger Pakt für Pflege ist ein großer Erfolg“

11. Brandenburger Pflegefachtag in Potsdam

- Erschienen am 10.11.2025 - Presemitteilung 156/2025

„Der Brandenburger Pakt für Pflege ist ein großer Erfolg. Mit dem Pakt für Pflege stärken wir die häusliche Pflege und verbessern die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen in der Pflege“, sagte Sozialministerin Britta Müller heute bei der Eröffnung des 11. Brandenburger Pflegefachtags 2025 in Potsdam.

Ministerin Müller in ihrer Rede weiter: „Wir alle wissen: Die Menschen in unserem Land möchten – solange es möglich ist – auch bei Pflegebedürftigkeit in ihrem eigenen Zuhause leben. Dafür schaffen wir mit dem Pakt für Pflege die notwendigen Voraussetzungen. Gleichzeitig müssen wir die wertvolle Ressource ‚Pflegekraft‘ gezielt und verantwortungsvoll einsetzen. Die besonders personalintensive Pflege im Heim sollte denjenigen vorbehalten bleiben, bei denen alle ambulanten Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Genau an diesem Punkt setzt der Pakt für Pflege an.“

Der Brandenburger Pflegefachtag ist die größte Fachveranstaltung zum Thema Pflege im Land Brandenburg. Der zweitägige Fachtag (10. und 11. November 2025) bietet Informationen zu fachlichen Innovationen und Raum zur Diskussion strategischer und pflegepolitischer Entwicklungen. Das Motto in diesem Jahr lautet „Caring Communities – zusammen Zukunft gestalten“. „Caring Communities“ steht für eine „sorgende Gemeinschaft“. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: Wie kann die pflegerische Infrastruktur weiterentwickelt werden, um Pflegebedürftige auch künftig gut zu versorgen? Die als Diskussionsforum zum Pakt für Pflege angelegte Veranstaltung mit rund 160 Teilnehmenden wird in diesem Jahr mit rund 25.000 Euro vom Land gefördert. Der Brandenburger Pflegefachtag wird veranstaltet durch die „Qualitätsgemeinschaft Pflege“; einer Initiative der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege - Spitzenverbände im Land Brandenburg.

Pakt für Pflege 2.0

Der „Pakt für Pflege“ wird fortgeführt und weiterentwickelt. Die neuen Förderrichtlinien „Pflege vor Ort“ sowie „Ausbau und Weiterentwicklung von Pflegestützpunkten“ sind die zentralen Maßnahmen der Landesregierung, um die Pflegeversorgung vor Ort zu sichern und die häusliche Pflege zu stärken. Beide neuen Richtlinien des Sozialministeriums sind mit Wirkung vom 1. Juli 2025 in Kraft getreten. Die Förderrichtlinie „Pflege vor Ort“ ist das Herzstück des „Pakts für Pflege 2.0“. Damit werden Maßnahmen der kommunalen Pflegepolitik zur Stärkung der Pflege vor Ort in den Kommunen gefördert. Für beide Richtlinien stehen pro Jahr insgesamt rund elf Millionen Euro zur Verfügung.

Ministerin Müller: „Gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern auf Landesebene haben wir den Pakt für Pflege 2.0 erarbeitet. Jetzt geht es darum, ihn mit Leben zu füllen. Pflege ist und bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir wollen die Kommunen weiter stärken, damit sie Verantwortung übernehmen und die Belange pflegebedürftiger Menschen in ihrer Arbeit berücksichtigen. Angesichts des Fachkräftemangels müssen wir auch die Potenziale der Zivilgesellschaft stärker nutzen. Freiwilliges Engagement ist unverzichtbar, besonders in ländlichen Regionen. Deshalb werden wir künftig auch Nachbarschaftshilfe als alltagsunterstützende Leistung anerkennen. Eine gute Beratung ist entscheidend, damit Pflege zu Hause gelingt. Wir führen deshalb den Ausbau der Pflegestützpunkte fort und stellen jährlich zwei Millionen Euro bereit. Schwerpunkte sind der Ausbau digitaler Beratung, die Wohnraumberatung und die stärkere Vernetzung der Pflegestützpunkte mit den regionalen Akteuren. So entsteht eine koordinierte, bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Pflegeversorgung.“

Der Pakt für Pflege hat sich in der Umsetzung flächendeckend bewährt: In rund 88 Prozent aller Ämter und Gemeinden wurden mit der Förderrichtlinie „Pflege vor Ort“ seit 2021 insgesamt mehr als 660 Projekte und Maßnahmen zur Unterstützung von pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen umgesetzt.

Steigende Anzahl von pflegebedürftigen Menschen

In Brandenburg sind über 214.000 Menschen pflegebedürftig. Rund 57 Prozent aller Pflegebedürftigen in Brandenburg sind über 80 Jahre alt. Das geht aus der aktuellen Pflegestatistik 2023 hervor. Im Vergleich zur Pflegestatistik 2021 ist die Anzahl der Pflegebedürftigen um mehr als 29.400 bzw. um 16 Prozent gestiegen. Der Anteil der Pflegebedürftigen an der Bevölkerung erhöhte sich von 7,3 auf 8,3 Prozent. 88,9 Prozent aller pflegebedürftigen Personen wurden zu Hause gepflegt (2021: 86,9 Prozent).