Arbeitsschutzbericht 2025: Mehr Beanstandungen, weniger Ordnungswidrigkeiten
Staatssekretär Dr. Wagner besucht Unitechnik Automatisierungs GmbH Eisenhüttenstadt und stellt Arbeitsschutzbericht vor
- Erschienen am - PresemitteilungBei einem Besuch der Unitechnik Automatisierungs GmbH Eisenhüttenstadt anlässlich des Welttags für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz hat Dr. Johannes Wagner, Staatssekretär im Arbeitsschutzministerium, am heutigen Dienstag den Statistischen Arbeitsschutzbericht 2025 vorgestellt. Darin werden die Tätigkeiten der Aufsichtsbeamtinnen und Aufsichtsbeamten des Landesamtes für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) als zuständige Aufsichtsbehörde im Land Brandenburg bilanziert. So enthält der Bericht unter anderem Zahlen zu den durchgeführten Kontrollen in Betrieben, zu festgestellten Verstößen und zum Verwaltungshandeln des LAVG. Fazit: Die Zahl der Kontrollen ist leicht gestiegen, es gab mehr Beanstandungen, aber einen deutlichen Rückgang von verfolgten Ordnungswidrigkeiten.
Laut dem „Statistischen Jahresbericht 2025 der Arbeitsschutzverwaltung des Landes Brandenburg“ wurden von der Arbeitsschutzaufsicht des LAVG im vergangenen Jahr insgesamt 1.949 Betriebe kontrolliert (2024: 1.876). Dabei wurden insgesamt 7.386 (2024: 6.348) Beanstandungen festgestellt. Mit 87 (2024: 149) klar rückläufig war die Zahl der Fälle, in denen die Behörde Anordnungen verhängen musste. Deutlich gesunken ist auch die Zahl der eingeleiteten Ordnungswidrigkeitsverfahren – auf 368 gegenüber 444 im Jahr 2024.
Staatssekretär Dr. Johannes Wagner: „Die Einhaltung von Arbeitsschutzmaßnahmen ist für Betriebe und Unternehmen nicht nur gesetzliche und moralische Pflicht, sie hat auch handfeste wirtschaftliche Vorteile. Betriebe, die auf ein sicheres und gesundheitsförderndes Arbeitsumfeld Wert legen, vermindern krankheits- und unfallbedingte Ausfälle, steigern die Motivation und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden, was sich wiederum positiv auf die Qualität der Arbeit und die Leistung auswirkt. Darüber hinaus hat ein solches Unternehmen einen entscheidenden Vorteil bei der Bindung und Gewinnung von Fachkräften – so wie die Unitechnik Automatisierungs GmbH Eisenhüttenstadt, die vorlebt, wie modern und effizient Arbeitsschutz heutzutage umgesetzt werden kann. Auch in diesem Jahr lässt sich feststellen, dass in Brandenburgs Unternehmen der Arbeitsschutz überwiegend gut funktioniert. Die Aufsichtsbeamtinnen und -beamten des LAVG sorgen mit ihren Kontrollen dafür, dass Missstände aufgedeckt und Mängel beseitigt werden. Die Zahl dieser Kontrollen weiter auszubauen, bleibt unser Ziel, angesichts knapper personeller Ressourcen jedoch auch künftig eine Herausforderung.“
Neben der Kontrolle von Betrieben hat das LAVG im vergangenen Jahr auch die Kontrolle von Baustellen mit Blick auf das hier besonders hohe Unfall- und Gesundheitsrisiko ausgeweitet: So wurden 652 Baustellen überprüft, im Jahr 2024 waren es 522. Im Ergebnis der Baustellenbesichtigungen wurden 115 Anordnungen und 42 Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Nichtbeachtung von Arbeitsschutzvorschriften erlassen bzw. durchgeführt (2024: 68 Anordnungen und 29 Ordnungswidrigkeitenverfahren).
In Brandenburg waren im vergangenen Jahr 63.752 Betriebe registriert, die insgesamt 1.039.917 Menschen beschäftigten. Den mit 48.896 bei weitem größten Anteil machen Kleinstbetriebe mit maximal neun Beschäftigten aus, lediglich 408 Betriebe haben 250 Beschäftigte oder mehr.
Die Unitechnik Automatisierungs GmbH Eisenhüttenstadt ist ein sogenannter „Hidden Champion“ der Brandenburger Wirtschaft. Das 1971 in Gummersbach gegründete Unternehmen, das seit 1991 auch in Eisenhüttenstadt ansässig ist, agiert weltweit und hat sich in der Metallurgie-Branche auf die Planung und den Aufbau von Schaltanlagen, insbesondere für Walzwerke, sowie auf die Entwicklung der zum Betrieb dieser Anlagen notwendigen Software spezialisiert. Aktuell sind 112 Menschen dort beschäftigt. Die betriebsinternen Arbeitsschutzprozesse sind vollständig digitalisiert und einem fortlaufenden Qualitätsmanagement unterzogen. Das Unternehmen wurde im vergangenen Jahr vom LAVG kontrolliert und als „grün“, d.h. „ohne Mängel“ bewertet.
Die Arbeitsschutzverwaltung des Landes Brandenburg ist zweistufig aufgebaut. Sie besteht aus der obersten Landesbehörde, dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg (MASGZ), und der nachgeordneten, für den Arbeitsschutz zuständigen Landesoberbehörde, der Abteilung Arbeitsschutz im Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG). Neben dem Arbeitsschutzbericht, der jährlich im Frühjahr erscheint, veröffentlicht das MASGZ zudem im Herbst einen separaten Bericht, der Angaben zu den Arbeitsunfällen des jeweiligen Vorjahres enthält.
Hintergrund
Der Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz wird alljährlich am 28. April begangen. Er wurde 1984 von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ins Leben gerufen, einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die für die Weiterentwicklung und Durchsetzung internationaler Arbeits- und Sozialstandards zuständig ist.
Der „Statistische Jahresbericht 2025 der Arbeitsschutzverwaltung des Landes Brandenburg“ steht ab sofort zum Download auf der Internetseite des MASGZ bereit: https://masgz.brandenburg.de/masgz/de/themen/arbeitsschutz/