Hauptmenü

Eröffnung der LesBI*Schwulen T*our 2026 in Potsdam, 29.08. bis 5.09.2026 in der Prignitz

Liebes Team der LesBI*Schwule T*our, liebe Möglichmacher*innen, Organisator*innen und Partner*innen der Tour und stellvertretend für Sie alle: lieber Lars Bergmann,
sehr geehrte Potsdamer*innen und vorbeilaufende und stehenbleibende Gäste,

Brandenburg ist nicht EINFÄLTIG. Brandenburg ist vielfältig. 

Die LesBI*Schwule T*our steht für diese Brandenburgische Vielfalt – und das bereits seit 1998, also seit 28 Jahren.

Seit der letzten LesBI*Schwule T*our im September 2025 ist viel passiert: einerseits Rückschläge, die zeigen, dass queere Lebensweisen immer noch und immer wieder geschützt werden müssen, wie zuletzt der Anschlag auf den CSD in Berlin.

Andererseits eine wieder neue Solidarisierung mit und Sichtbarkeit der queeren Community. Wir haben so viele CSD in Brandenburg wie bisher noch nie!

Auch gibt es ein klares Bekenntnis der seit März neuen Landesregierung aus SPD und CDU im neuen Koalitionsvertrag. In Zeile 1106 steht:

„Wir stehen für den Schutz und die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt und fördern eine Kultur des gegenseitigen Respekts, in der Vorurteile und diskriminierendes Verhalten abgebaut werden. Wir setzen den Aktionsplan ‚Queeres Brandenburg‘ konsequent um.“

Auf den Aktionsplan komme ich gleich nochmal zurück. Da wir alle mit Argumenten gut gerüstet sein müssen, möchte ich aber vorher auch nochmal den Auftrag aus der Brandenburgischen Landesverfassung in Erinnerung rufen. Hier steht nämlich

    • in Artikel 12: „Niemand darf wegen […] des Geschlechts, der sexuellen Identität […] bevorzugt oder benachteiligt werden. […]“ und
    • in Artikel 10: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die Verfassung und die ihr entsprechenden Gesetze verstößt.“

Landesverfassung und Koalitionsvertrag sind entscheidende Papiere, die die Spielregeln für unser Brandenburgisches Miteinander definieren. Wie werden diese Papiere nun mit Leben gefüllt? Der Aktionsplan „Queeres Brandenburg“, der 2016 erstmals auf den Weg gebracht wurde, ist das zentrale Instrument der Landesregierung, um selbst Maßnahmen umzusetzen oder die Umsetzung durch andere finanziell zu fördern: 100 Maßnahmen

    • für die Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, für Selbstbestimmung und
    • gegen Homo- und Transphobie in Brandenburg.

Eine dieser 100 Maßnahmen ist die LesBI*Schwule T*our von AndersARTIG e.V., die von Anbeginn, also seit 1998, vom Land Brandenburg gefördert wird. Von Anbeginn setzt sie sich für Aufklärung über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, für den Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung – und damit für Demokratie ein. Sie ist ein Brandenburgisches Gewächs, bundesweit einzigartig.

Die Rückschläge und die neue Solidarisierung, von der ich zuvor sprach, sind auch die Gleichzeitigkeiten der diesjährigen T*our:

Der Landkreis Prignitz, die Stadt Pritzwalk und die Stadt Perleberg zeigen: Es ist keine Selbstverständlichkeit mehr, die Regenbogenflagge zu hissen. Es ist keine Selbstverständlichkeit mehr, dass Kommunalverwaltung und Kommunalpolitik die Diskriminierung queerer Lebensweisen anerkennen und sich öffentlich dazu bekennen, dass diese Diskriminierung abgebaut werden muss.

In Wittenberge, Wittstock/Dosse und Kyritz werden Regenbogenflaggen gehisst. Hier erkennen Kommunalverwaltung und Kommunalpolitik die Diskriminierung queerer Lebensweisen an und bekennen sich offen dazu, dass diese Diskriminierung abgebaut werden muss.

In Wittstock/Dosse wird auch der – seit März diesen Jahres - Minister für Gleichstellung und gesellschaftlichen Zusammenhalt, René Wilke, auf dem Marktplatz zu Gast sein. Damit solidarisiert er sich ein weiteres Mal sichtbar mit der queeren Community. Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist die Antwort auf Vielfalt. Nicht Diskriminierung, Ausgrenzung oder Gewalt.

Brandenburg ist Vielfalt. Menschen, die queer leben, gibt es in ganz Brandenburg – überall in der Prignitz und auch hier in Potsdam. Deshalb danke ich dem Landesverband AndersARTIG e.V. sehr herzlich für die jährliche Organisation der LesBI*Schwulen T*our und für alle anderen Aktionen und Aktivitäten, die queeres Leben in Brandenburg sichtbar machen, Verständigung darüber initiieren, Mut machen – und die Unterstützungsbedarfe auf der politischen Agenda halten.

Danke auch dem diesjährigen T*our-Team aus vielen Ehrenamtlichen, hier in und aus Potsdam und auch jeweils vor Ort: in Kyritz, Perleberg, Pritzwalk, Wittenberge, Wittstock/Dosse! Für Ihr Engagement und Ihren Mut, sich in den Wind zu stellen!

Sie werden auch dieses Jahr wieder Menschen ermutigen, sich in ihrem Wohnort, ihrer Heimat, im unmittelbaren Lebensumfeld offen zu ihrer geschlechtlichen Identität und/oder sexuellen Orientierung zu bekennen. Die Befürchtungen, angefeindet und aus sozialen Gruppen ausgeschlossen zu werden, sind groß – vor allem bei jungen Menschen im ländlichen Raum Brandenburgs. Die T*our wird sich auch dieses Jahr wieder für ein gesellschaftliches Klima einsetzen, in dem diese Anfeindungen und Ausschlüsse keinen Platz haben.

Erlauben Sie mir zum Schluss noch ein paar grundsätzliche Impulse, die auch meine Arbeit als Landesgleichstellungsbeauftragte prägen. Starre Geschlechternormen aufbrechen, das ist unsere gemeinsame Aufgabe. Die starre Erwartung,

    • dass es nur Frauen und Männer zu geben habe und
    • wie diese auszusehen, sich zu verhalten, ihr Leben zu gestalten haben,

diese Starre schadet allen Menschen, unabhängig von ihrer Geschlechterzugehörigkeit. Vielen von uns in Form eines Korsetts, das unsere Wahlfreiheit einschränkt. Und zu vielen von uns darüber hinaus in Form von Diskriminierung und Benachteiligung, die Alltag und Leben prägen, beeinträchtigen bis bedrohen. „Ein zentraler gleichstellungspolitischer Handlungsbedarf ist der Abbau von Geschlechterstereotypen“ – so heißt es deshalb auf den ersten Seiten des im Juli veröffentlichten Reports mit aktuellen Daten zur Umsetzung von Gleichstellung im Land Brandenburg.

Dass einzelne Menschen und die Gesellschaft insgesamt sich öffnen für die tatsächliche Vielfalt der Geschlechter – die Vielfalt ihres Aussehens, ihres Verhaltens, ihrer Lebensgestaltung – das ist unsere gemeinsame Aufgabe.

Diese Öffnung findet hoffentlich und sicherlich auch wieder mit der LesBI*Schwulen T*our statt. Soviel steht jedenfalls fest: Jeder kritische Dialog, vielleicht auch eine streitende Auseinandersetzung, bringen uns weiter als kein Dialog, als die ausbleibende Auseinandersetzung. Miteinander reden – statt übereinander zu reden oder gar nicht zu reden – das ist die Grundidee der LesBI*Schwulen T*our.

In diesem Sinne wünsche ich auch dieser LesBI*Schwulen T*our produktive Dialoge und Auseinandersetzungen und freue mich auf unsere weitere Zusammenarbeit für eine wertgeschätzte und sichere Vielfalt – und gegen jede Einfalt – in Brandenburg!

Liebes Team der LesBI*Schwule T*our, liebe Möglichmacher*innen, Organisator*innen und Partner*innen der Tour und stellvertretend für Sie alle: lieber Lars Bergmann,
sehr geehrte Potsdamer*innen und vorbeilaufende und stehenbleibende Gäste,

Brandenburg ist nicht EINFÄLTIG. Brandenburg ist vielfältig. 

Die LesBI*Schwule T*our steht für diese Brandenburgische Vielfalt – und das bereits seit 1998, also seit 28 Jahren.

Seit der letzten LesBI*Schwule T*our im September 2025 ist viel passiert: einerseits Rückschläge, die zeigen, dass queere Lebensweisen immer noch und immer wieder geschützt werden müssen, wie zuletzt der Anschlag auf den CSD in Berlin.

Andererseits eine wieder neue Solidarisierung mit und Sichtbarkeit der queeren Community. Wir haben so viele CSD in Brandenburg wie bisher noch nie!

Auch gibt es ein klares Bekenntnis der seit März neuen Landesregierung aus SPD und CDU im neuen Koalitionsvertrag. In Zeile 1106 steht:

„Wir stehen für den Schutz und die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt und fördern eine Kultur des gegenseitigen Respekts, in der Vorurteile und diskriminierendes Verhalten abgebaut werden. Wir setzen den Aktionsplan ‚Queeres Brandenburg‘ konsequent um.“

Auf den Aktionsplan komme ich gleich nochmal zurück. Da wir alle mit Argumenten gut gerüstet sein müssen, möchte ich aber vorher auch nochmal den Auftrag aus der Brandenburgischen Landesverfassung in Erinnerung rufen. Hier steht nämlich

    • in Artikel 12: „Niemand darf wegen […] des Geschlechts, der sexuellen Identität […] bevorzugt oder benachteiligt werden. […]“ und
    • in Artikel 10: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die Verfassung und die ihr entsprechenden Gesetze verstößt.“

Landesverfassung und Koalitionsvertrag sind entscheidende Papiere, die die Spielregeln für unser Brandenburgisches Miteinander definieren. Wie werden diese Papiere nun mit Leben gefüllt? Der Aktionsplan „Queeres Brandenburg“, der 2016 erstmals auf den Weg gebracht wurde, ist das zentrale Instrument der Landesregierung, um selbst Maßnahmen umzusetzen oder die Umsetzung durch andere finanziell zu fördern: 100 Maßnahmen

    • für die Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, für Selbstbestimmung und
    • gegen Homo- und Transphobie in Brandenburg.

Eine dieser 100 Maßnahmen ist die LesBI*Schwule T*our von AndersARTIG e.V., die von Anbeginn, also seit 1998, vom Land Brandenburg gefördert wird. Von Anbeginn setzt sie sich für Aufklärung über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, für den Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung – und damit für Demokratie ein. Sie ist ein Brandenburgisches Gewächs, bundesweit einzigartig.

Die Rückschläge und die neue Solidarisierung, von der ich zuvor sprach, sind auch die Gleichzeitigkeiten der diesjährigen T*our:

Der Landkreis Prignitz, die Stadt Pritzwalk und die Stadt Perleberg zeigen: Es ist keine Selbstverständlichkeit mehr, die Regenbogenflagge zu hissen. Es ist keine Selbstverständlichkeit mehr, dass Kommunalverwaltung und Kommunalpolitik die Diskriminierung queerer Lebensweisen anerkennen und sich öffentlich dazu bekennen, dass diese Diskriminierung abgebaut werden muss.

In Wittenberge, Wittstock/Dosse und Kyritz werden Regenbogenflaggen gehisst. Hier erkennen Kommunalverwaltung und Kommunalpolitik die Diskriminierung queerer Lebensweisen an und bekennen sich offen dazu, dass diese Diskriminierung abgebaut werden muss.

In Wittstock/Dosse wird auch der – seit März diesen Jahres - Minister für Gleichstellung und gesellschaftlichen Zusammenhalt, René Wilke, auf dem Marktplatz zu Gast sein. Damit solidarisiert er sich ein weiteres Mal sichtbar mit der queeren Community. Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist die Antwort auf Vielfalt. Nicht Diskriminierung, Ausgrenzung oder Gewalt.

Brandenburg ist Vielfalt. Menschen, die queer leben, gibt es in ganz Brandenburg – überall in der Prignitz und auch hier in Potsdam. Deshalb danke ich dem Landesverband AndersARTIG e.V. sehr herzlich für die jährliche Organisation der LesBI*Schwulen T*our und für alle anderen Aktionen und Aktivitäten, die queeres Leben in Brandenburg sichtbar machen, Verständigung darüber initiieren, Mut machen – und die Unterstützungsbedarfe auf der politischen Agenda halten.

Danke auch dem diesjährigen T*our-Team aus vielen Ehrenamtlichen, hier in und aus Potsdam und auch jeweils vor Ort: in Kyritz, Perleberg, Pritzwalk, Wittenberge, Wittstock/Dosse! Für Ihr Engagement und Ihren Mut, sich in den Wind zu stellen!

Sie werden auch dieses Jahr wieder Menschen ermutigen, sich in ihrem Wohnort, ihrer Heimat, im unmittelbaren Lebensumfeld offen zu ihrer geschlechtlichen Identität und/oder sexuellen Orientierung zu bekennen. Die Befürchtungen, angefeindet und aus sozialen Gruppen ausgeschlossen zu werden, sind groß – vor allem bei jungen Menschen im ländlichen Raum Brandenburgs. Die T*our wird sich auch dieses Jahr wieder für ein gesellschaftliches Klima einsetzen, in dem diese Anfeindungen und Ausschlüsse keinen Platz haben.

Erlauben Sie mir zum Schluss noch ein paar grundsätzliche Impulse, die auch meine Arbeit als Landesgleichstellungsbeauftragte prägen. Starre Geschlechternormen aufbrechen, das ist unsere gemeinsame Aufgabe. Die starre Erwartung,

    • dass es nur Frauen und Männer zu geben habe und
    • wie diese auszusehen, sich zu verhalten, ihr Leben zu gestalten haben,

diese Starre schadet allen Menschen, unabhängig von ihrer Geschlechterzugehörigkeit. Vielen von uns in Form eines Korsetts, das unsere Wahlfreiheit einschränkt. Und zu vielen von uns darüber hinaus in Form von Diskriminierung und Benachteiligung, die Alltag und Leben prägen, beeinträchtigen bis bedrohen. „Ein zentraler gleichstellungspolitischer Handlungsbedarf ist der Abbau von Geschlechterstereotypen“ – so heißt es deshalb auf den ersten Seiten des im Juli veröffentlichten Reports mit aktuellen Daten zur Umsetzung von Gleichstellung im Land Brandenburg.

Dass einzelne Menschen und die Gesellschaft insgesamt sich öffnen für die tatsächliche Vielfalt der Geschlechter – die Vielfalt ihres Aussehens, ihres Verhaltens, ihrer Lebensgestaltung – das ist unsere gemeinsame Aufgabe.

Diese Öffnung findet hoffentlich und sicherlich auch wieder mit der LesBI*Schwulen T*our statt. Soviel steht jedenfalls fest: Jeder kritische Dialog, vielleicht auch eine streitende Auseinandersetzung, bringen uns weiter als kein Dialog, als die ausbleibende Auseinandersetzung. Miteinander reden – statt übereinander zu reden oder gar nicht zu reden – das ist die Grundidee der LesBI*Schwulen T*our.

In diesem Sinne wünsche ich auch dieser LesBI*Schwulen T*our produktive Dialoge und Auseinandersetzungen und freue mich auf unsere weitere Zusammenarbeit für eine wertgeschätzte und sichere Vielfalt – und gegen jede Einfalt – in Brandenburg!