11. Fachtag beschäftigt sich mit dem Thema „Kunst und Demenz“
- Erschienen am - PresemitteilungDas Kompetenzzentrum Demenz feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen und rückt auf seinem 11. Fachtag am heutigen Mittwoch die therapeutische Wirkung von Kunst und Kreativität auf an Demenz erkrankte Menschen in den Mittelpunkt. Auf der Konferenz unter dem Motto „Kunst und Demenz – Sinne wecken, Teilhabe ermöglichen“ diskutieren rund 100 Expertinnen und Experten in Potsdam über aktuelle Erkenntnisse und praxisnahe Ansätze, wie sich kreative Angebote nutzen und in den Betreuungsalltag integrieren lassen. Sozialstaatssekretär Dr. Johannes Wagner würdigte in seinem Grußwort zur Eröffnung die Arbeit des Kompetenzzentrums und hob zudem die Bedeutung innovativer Lösungen angesichts der steigenden Zahl von Menschen mit Demenzerkrankungen hervor.
Sozialstaatssekretär Dr. Johannes Wagner: „Schon jetzt leben in Brandenburg mehr als 60.000 Menschen mit einer Demenzerkrankung. Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass diese Zahl in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter steigen wird. Im Kampf gegen diese schleichende Krankheit ist es auch daher geboten, neue Wege zu gehen und nach Lösungen zu suchen, die die Lebensqualität von an Demenz erkrankten Menschen und ihren Angehörigen verbessern können. Kunst ist ein solcher Weg. Kunst ermöglicht kreativen Ausdruck jenseits der Sprache, sie verbindet und aktiviert, weckt Erinnerungen und fördert Teilhabe. Ich gratuliere den Mitarbeitenden des Kompetenzzentrums Demenz ganz herzlich zu ihrem zehnjährigen Bestehen und danke ihnen für ihre geleistete Arbeit. Für das Sozialministerium ist das Kompetenzzentrum ein wichtiger Partner bei der Umsetzung des ,Pakts für Pflege‘, mit dem wir auch an Demenz erkrankte Menschen und ihre Angehörigen vor Ort unterstützen.“
Das Kompetenzzentrum Demenz in Trägerschaft der Alzheimer Gesellschaft Brandenburg e.V. ging im Januar 2016 an den Start und wird im Rahmen des „Pakts für Pflege“ vom Sozialministerium und den Verbänden der Pflegekassen sowie dem Verband der privaten Krankenversicherung im Land Brandenburg gefördert. Es soll mit seinen Aktivitäten dazu beitragen, die Lebenssituation der an den unterschiedlichsten Formen von Demenz erkrankten Menschen und von deren Angehörigen im Land Brandenburg zu verbessern. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt in dem Auf- und Ausbau der Angehörigenschulung „Hilfe beim Helfen“ für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz.
Höhepunkte der Arbeit des Kompetenzzentrums sind zudem die jährlichen Fachtage, die jeweils unterschiedliche Aspekte rund um das Thema Demenz in den Fokus rücken. In den vergangenen Jahren standen unter anderem die Themen „Musik und Demenz“, „Gut vernetzt für und mit Menschen mit Demenz“, „Lebenswerte Orte“, „Gemeinsam statt einsam“ oder „Die Bedeutung des Sozialraums“ im Mittelpunkt der Tagung.
Am 11. Fachtag des Kompetenzzentrums Demenz nehmen vor allem Beschäftigte und Akteure von Pflegediensten und -einrichtungen, von Beratungsstellen und aus den Kommunen, zum Beispiel Pflegekoordinatorinnen und -koordinatoren aus Landkreisen und kreisfreien Städten, aus Pflege-vor-Ort-Projekten, Mehrgenerationenhäusern und Selbsthilfezentren, Fachkräfte und Helferinnen und Helfer im Rahmen von alltagsunterstützenden Angeboten sowie Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Kunsttherapie und des Museumsverbandes des Landes Brandenburg e.V. teil.
In Brandenburg stärkt die Landesregierung mit dem „Pakt für Pflege“ über das Programm „Pflege vor Ort“ insbesondere die häusliche Pflege. Mit diesem Programm können die Kommunen im Land Brandenburg Angebote der Beratung, Begleitung, Entlastung und zur sozialen Teilhabe pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen etablieren.
Ziel ist eine bestmögliche Versorgung von Pflegebedürftigen in ihrer vertrauten Umgebung, die Entlastung von Angehörigen, der Ausbau von Beratungsstrukturen und die Förderung der Fachkräftesicherung in der Pflege. Vor einer personal- und kostenintensiven Pflege im Heim sollen systematisch alle Hilfen genutzt werden, um noch weitere Zeit gut versorgt zu Hause bleiben zu können.
Die Fortsetzung und Weiterentwicklung des „Paktes für Pflege“ ist ein wichtiges Anliegen der neuen Landesregierung. So wurde im Koalitionsvertrag von SPD und CDU festgeschrieben, „dieses einzigartige Projekt im Landespflegegesetz zu verankern“.
Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen profitieren zudem von der Förderung des Ausbaus und Weiterentwicklung der Pflegeberatung, insbesondere der kommunalen Pflegestützpunkte, in denen man sich über die Krankheit sowie entsprechende Unterstützungs- und Entlastungsangebote informieren kann.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: https://demenz-brandenburg.de/