Sozialminister Wilke: „Digitale Kompetenz ist essenziell für Teilhabe und Zusammenhalt“
- Erschienen am - PresemitteilungWie kann die digitale Informations- und Medienkompetenz älterer Menschen im Land Brandenburg gestärkt werden? Um diese Kernfrage geht es beim Fachtag „Digital souverän im Alter“, den die vom Sozialministerium geförderte Fachstelle Gesundheitsziele zusammen mit dem Bündnis Gesund Älter werden am heutigen Dienstag in Potsdam veranstaltet. In seinem Grußwort zur Eröffnung im Beisein des Landesseniorenbeauftragten Norman Asmus weist Sozialminister René Wilke auf die große Bedeutung der Vermittlung und Stärkung digitaler Kompetenzen älterer Menschen für soziale Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Brandenburg hin.
Sozialminister René Wilke: „Online-Banking, Reisebuchungen, Behördenangebote, Arzttermine – es gibt heute kaum noch einen Lebensbereich, der ausschließlich analog funktioniert. Digitalisierung prägt längst unseren Alltag. Sie kann ihn erleichtern, Wege verkürzen, Kontakte ermöglichen und dabei helfen, die Selbstständigkeit zu wahren. Das rasante Tempo der Digitalisierung birgt aber gerade für ältere Menschen die Gefahr, abgehängt zu werden und damit Teilhabemöglichkeiten einzubüßen. Das zu verhindern, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Oft ehrenamtlich organisierte Unterstützungsangebote zum Erwerb und zur Stärkung digitaler Kompetenzen für Seniorinnen und Senioren müssen ausgebaut und gerade in ländlichen Gegenden verfügbar gemacht werden. Doch auch Familien, Freunde und Nachbarn sind gefordert, ihre digitalen Fähigkeiten an ältere Mitmenschen weiterzugeben – für mehr Teilhabe und Zusammenhalt!“
Norman Asmus, Landesseniorenbeauftragter: „Viele ältere Menschen sind bereits digital unterwegs und nutzen die damit verbundenen Möglichkeiten für die persönliche Lebensgestaltung. Mit der technischen Entwicklung gerade bei immer mehr KI-generierten Inhalten mitzuhalten, ist jedoch kein Selbstläufer. Hier gilt es, regelmäßig die eigenen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Dafür braucht es Unterstützungsangebote, die an vielen Orten in Brandenburg zu finden sind. Einige davon berichten heute von ihren Erfahrungen. Ich freue mich auf den gemeinsamen Austausch, um gute Praxis in Brandenburg vorzustellen und zum Nachmachen anzuregen.“
Auf dem Fachtag diskutieren rund 70 Expertinnen und Experten, Ehrenamtliche, Seniorinnen und Senioren, Akteure des Bündnisses Gesund Älter werden sowie Vertreterinnen und Vertreter von Krankenkassen und Wohlfahrtsverbänden über Möglichkeiten und Maßnahmen zur Vermittlung erweiterter Digitalkompetenzen, insbesondere von Informations- und Nachrichtenkompetenz an ältere Menschen.
Zu den Beispielen für digitale Unterstützungsangebote zählt etwa das Projekt LISA des Landkreises Uckermark, bei dem Menschen per Video mit Verwaltungsmitarbeitenden in Kontakt treten und von diesen persönlich bei ihren Anliegen beraten und bis zur Abgabe eines Online-Antrags begleitet werden können. Damit wird der Zugang zu digitalen Verwaltungsleistungen nicht zuletzt in ländlichen Regionen erleichtert – ein Ziel, das auch von der in Arbeit befindlichen „Strategie digitales Brandenburg“ verfolgt wird.
Die Stärkung der digitalen Teilhabe älterer Menschen ist auch ein wichtiges Handlungsfeld innerhalb der „Seniorenpolitischen Leitlinien“, mit denen die Landesregierung ein selbstbestimmtes und eigenständiges Älterwerden stärken will. Teil des dazugehörigen Maßnahmenpakets ist das Programm „DIGITAL FIT“, das sich an brandenburgische Seniorenbeiräte richtet, um deren digitale Kompetenzen zu erweitern und weitere ältere Menschen für die Nutzung digitaler Anwendungen zu gewinnen.
Die Fachstelle Gesundheitsziele im Land Brandenburg in Trägerschaft des Gesundheit Berlin Brandenburg e.V. wird für die Koordinierung der Bündnisse Gesund Aufwachsen und Gesund Älter werden vom Sozialministerium mit knapp 149.000 Euro jährlich gefördert.
Zusätzlich erhält die Fachstelle in diesem Jahr eine Förderung in Höhe von 20.000 Euro aus Mitteln des Landesseniorenbeauftragten für das Projekt „Digitale Kompetenzen stärken“ des Bündnisses Gesund Älter werden, die unter anderem zur Durchführung des heutigen Fachtags eingesetzt werden.