Fachtagung zu muslimischen Lebenswelten in Schule und Jugendarbeit
- Erschienen am - PresemitteilungWie können Schule und Jugendarbeit professionell und sensibel im Hinblick auf Vielfalt und Diskriminierung gestaltet werden? Mit dieser Frage befassen sich am heutigen Donnerstag pädagogische Fachkräfte, Schul- und Jugendsozialarbeitende, angehende Lehrkräfte sowie Studierende bei der Fachtagung „Muslimische Kinder und Jugendliche in Schule und Jugendarbeit: Lebenswelten, Bedarfe, Herausforderungen und Chancen“ an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Die Fachstelle Islam im Land Brandenburg und die Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie, Brandenburg (RAA Brandenburg) veranstalten den Fachtag gemeinsam mit der im MASGZ angesiedelten Koordinierungsstelle Gesellschaftlicher Zusammenhalt/Tolerantes Brandenburg. Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Handlungskonzepts Tolerantes Brandenburg gefördert und findet in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport statt.
Thematisch geht es um religiös begründete Fragestellungen im schulischen Kontext, die Zusammenarbeit mit Eltern, antimuslimischen Rassismus und (Online-)Radikalisierung. Weitere Schwerpunkte sind der pädagogische Umgang mit internationalen Konflikten sowie die Lebenslagen von Mädchen und Frauen im Spannungsfeld zwischen Herkunft und Gesellschaft. Fachleute aus Wissenschaft und Praxis vermitteln Hintergrundwissen und zeigen Handlungsmöglichkeiten für den pädagogischen Alltag auf.
Alfred Roos, Leiter der Koordinierungsstelle Gesellschaftlicher Zusammenhalt/Tolerantes Brandenburg: „Pädagogische Fachkräfte stehen zunehmend vor komplexen Fragen rund um Religion, Diskriminierung und gesellschaftliche Konflikte. Der heutige Fachtag vermittelt Wissen, stärkt ihre Handlungssicherheit und schafft Raum für den notwendigen fachlichen Austausch der Praktikerinnen und Praktiker.“
Miriam Apffelstaedt, Geschäftsführerin der RAA Brandenburg: „Religiöse und gesellschaftliche Vielfalt gehört zum Alltag an Brandenburgs Schulen und in der Jugendarbeit. Entscheidend ist, Fachkräfte dabei zu unterstützen, unterschiedliche Lebenswelten wahrzunehmen, Diskriminierung entgegenzutreten und auch in schwierigen Situationen professionell zu handeln. Dafür verbindet die Fachtagung fachliche Impulse mit konkreten Erfahrungen aus der pädagogischen Praxis.“
Den wissenschaftlichen Auftakt bildet eine Keynote von Dr. Cemal Öztürk von der Universität Duisburg-Essen. Unter dem Titel „Das salonfähige Vorurteil: Sozialpsychologische Quellen und politische Konsequenzen von Islam- und Muslimfeindlichkeit“ beleuchtet er die Entstehung und Verbreitung antimuslimischer Vorurteile sowie deren gesellschaftliche und politische Auswirkungen. Dabei geht er auch der Frage nach, warum entsprechende Einstellungen zunehmend als akzeptabel wahrgenommen werden und welche Folgen dies für muslimische Menschen und das gesellschaftliche Zusammenleben hat.