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Kommunale Gesundheitsstrategien im Fokus der 4. Brandenburger Präventionskonferenz

- Erschienen am 17.09.2026 - Presemitteilung 087/2026

Unter dem Titel „Gesundheitsförderung gemeinsam stärken – wirksame Gesundheitsstrategien vor Ort gestalten“ findet am heutigen Donnerstag die 4. Brandenburger Präventionskonferenz statt. Etwa 120 Teilnehmende diskutieren in Potsdam darüber, welchen Beitrag kommunale Gesundheitsstrategien leisten können, um das gesunde Aufwachsen, Leben, Arbeiten und Älterwerden von Menschen im Land Brandenburg unabhängig von ihrer sozialen Lage oder ihrer Herkunft zu ermöglichen. Die Präventionskonferenz wird von den Partnern der Landesrahmenvereinbarung zur Umsetzung der nationalen Präventionsstrategie im Land Brandenburg unter Federführung des Gesundheitsministeriums ausgerichtet.

Gesundheitsstaatssekretärin Dr. Friederike Haase eröffnet die Tagung mit einem Grußwort und nimmt an einer Podiumsdiskussion teil. Zudem startet das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) heute eine neue Online-Plattform zu Angeboten und Akteuren der Gesundheitsförderung.

Staatssekretärin Dr. Friederike Haase: „Unsere Daten zeigen eindrücklich: Die Chancen auf ein gesundes Leben sind noch immer ungleich verteilt. Die soziale Lage bestimmt maßgeblich unsere Gesundheitschancen, sei es für ein gesundes Aufwachsen, Leben oder selbstbestimmtes Älterwerden. Menschen in schwieriger sozialer Lebenslage haben nach wie vor ein höheres Risiko, im Verlauf ihres Lebens schwer zu erkranken und damit frühzeitiger zu versterben. Kommunale Gesundheitsstrategien sind damit ein wichtiges Instrument, um gesundheitliche Chancengleichheit in der Kommune zu fördern.“ 

Rebecca Zeljar, Leiterin der Landesvertretung Berlin/Brandenburg vom Verband der Ersatzkassen e.V.: „Gesundheit entsteht dort, wo Menschen leben, lernen, arbeiten und älter werden. Kommunen haben deshalb eine Schlüsselrolle für wirksame Prävention und mehr gesundheitliche Chancengleichheit. Entscheidend ist, gute Einzelmaßnahmen stärker miteinander zu verbinden und daraus nachhaltige Strukturen zu entwickeln. Die Krankenkassen bringen sich dabei als verlässliche Partner mit ihrer Erfahrung und ihrem Engagement für gesunde Lebenswelten ein.“

Das Ziel der Präventionskonferenz ist es, die kommunale Gesundheitsförderung strukturell weiter zu stärken und damit die Voraussetzungen für ein gutes und gesundes Leben in Brandenburg nachhaltig zu verbessern.

Der Kinder- und Jugendgesundheitsbericht des Landes Brandenburg aus dem Jahr 2025 zeigt, dass der Gesundheitszustand eng mit den Lebensverhältnissen verknüpft ist und damit einen maßgeblichen Einfluss auf die Gesundheitschancen sowie auf die Entwicklung von Heranwachsenden hat.

Gleichzeitig unterstreichen die Seniorenpolitischen Leitlinien des Landes Brandenburg die Bedeutung von Prävention als zentrale Stellschraube. Durch Prävention und Gesundheitsförderung lassen sich gesundheitliche Beeinträchtigungen hinauszögern oder verhindern, was mit zunehmendem Alter immer wichtiger wird.

Kommunale Gesundheitsstrategien setzen genau hier an: Sie bringen Akteurinnen und Akteure aus verschiedenen Fach- und Politikbereichen sowie Lebensphasen eng zusammen und unterstützen Kommunen zielgerichtet dabei, tragfähige Strukturen für ein gesundes Aufwachsen, Leben und Älterwerden zu gestalten.

Der Aufbau kommunaler Gesundheitsstrategien ist ein noch junges Handlungsfeld der Gesundheitsförderung und Prävention. Im Land Brandenburg und bundesweit haben in den letzten Jahren zahlreiche Kommunen damit begonnen, ressortübergreifend zusammenzuarbeiten und Strategien weiterzuentwickeln. Viele Landkreise und kreisfreie Städte setzen bereits etablierte Gesundheitsstrategien um oder bauen diese weiter aus. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass dort, wo Akteure abgestimmt, bereichsübergreifend und zielgerichtet zusammenarbeiten, nachhaltige Strukturen für gesundheitliche Chancengleichheit entstehen.

Auf der heutigen Präventionskonferenz stellen der Landkreis Dahme-Spreewald und der Kreis Viersen (aus Nordrhein-Westfalen) vor, wie Gesundheitsstrategien aufgebaut und nachhaltig gestaltet werden können. Im Anschluss tauschen sich die Teilnehmenden in verschiedenen Fachforen darüber aus, wie Gesundheitsstrategien etabliert werden, mit welchen Strukturen sie belebt werden und wie ihre Koordination gelingen kann. Darüber hinaus diskutieren Vertreterinnen der gesetzlichen Krankenkassen, des Landes, der Landkreise und der Zivilgesellschaft in der fachpolitischen Podiumsdiskussion „Gesundheit in allen Politikfeldern – kommunale Gesundheitsförderung gemeinsam stärken“ über Wege, wie die Gesundheitsförderung im Land Brandenburg gemeinsam strategisch gestärkt werden kann.

Die Brandenburger Präventionskonferenz feiert heute außerdem den Launch der Akteursübersicht und des Angebotskompasses der Gesundheitsförderung und psychosozialen Hilfen (GePsy). Die interaktive Plattform des Landesamtes für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) bietet Fachkräften, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie der interessierten Bevölkerung einen zentralen Überblick über Angebote sowie Akteurinnen und Akteure aus den Bereichen Gesundheitsförderung, psychosoziale Hilfen und Sozialpsychiatrie in Brandenburg:

Zum Angebotskompass: Angebote-GePsy.Brandenburg.de   

Zur Akteursübersicht: Akteure-GePsy.Brandenburg.de

Hintergrund

Die Brandenburger Präventionskonferenz findet alle zwei Jahre statt und wird von der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Brandenburg in Trägerschaft von Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V. durchgeführt. Sie leistet einen Beitrag zur Umsetzung der Ziele der Landesrahmenvereinbarung Brandenburg. Die Landesrahmenvereinbarung wurde 2017 zur Umsetzung der Nationalen Präventionsstrategie gemäß § 20f SGB V insbesondere zur Vermeidung sozial bedingter, geschlechtsbezogener und regionaler Ungleichheit von Gesundheitschancen geschlossen. Partner der Vereinbarung sind das Gesundheitsministerium, Verband der Ersatzkassen (VDEK) sowie verschiedene Kranken-, Renten- und Unfallversicherungen.

Die Dokumentation zur heutigen Tagung findet sich im Nachgang unter: https://t1p.de/wkmzl