IAB-Betriebspanel: Brandenburgs Betriebe investieren in Beschäftigung und in Innovationen
- Erschienen am - PresemitteilungHöhere Löhne, mehr Beschäftigung, ein Plus an Investitionen und weniger offene Stellen – Brandenburgs Betriebe entwickeln sich insgesamt positiv. Das ist das Fazit der 30. Welle des IAB-Betriebspanels, die das Arbeitsministerium heute veröffentlicht hat. Seit 1996 führt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit bundesweit eine jährliche Arbeitgeberbefragung zur Unternehmens- und Beschäftigungsentwicklung durch. An der aktuellen Erhebung, die in der zweiten Jahreshälfte 2025 stattfand, haben sich 1.100 brandenburgische Betriebe beteiligt.
Arbeitsstaatssekretärin Dr. Friederike Haase erklärte dazu: „Seit drei Jahrzehnten gibt uns das IAB-Betriebspanel verlässliche Einblicke in die Entwicklung der brandenburgischen Arbeitswelt. Die Jubiläumsausgabe verbindet diesen besonderen Anlass mit erfreulichen Ergebnissen: Die Beschäftigung wächst, die Löhne holen weiter auf. Das zeigt, über wie viel Kraft und Entwicklungspotenzial unsere Betriebe verfügen. Die Arbeitsmarktzahlen für den September 2026 ergänzen diese langfristige Betrachtung um ein aktuelles Lagebild und geben uns wichtige Hinweise für die weitere Ausrichtung unserer Arbeitsmarktpolitik. Mein herzlicher Dank gilt den Brandenburger Betrieben, die an der Befragung teilgenommen haben. Mit ihrem Engagement ermöglichen sie uns, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und die Arbeitsmarktpolitik des Landes zielgerichtet weiterzuentwickeln.“
Seit 30 Jahren begleitet das IAB-Betriebspanel den Wandel der brandenburgischen Arbeitswelt. Die Ergebnisse der aktuellen Befragung zeigen eine insgesamt positive Entwicklung. Zwischen Mitte 2024 und Mitte 2025 ist die Zahl der Beschäftigten um knapp zwei Prozent gestiegen. Besonders dynamisch entwickelten sich junge Unternehmen: In Betrieben, die höchstens fünf Jahre bestehen, nahm die Beschäftigung innerhalb eines Jahres um rund acht Prozent zu.
Erfreulich ist auch die Entwicklung der Verdienste. Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst lag im Juni 2025 bei rund 3.660 Euro je Vollzeitäquivalent. Seit 2022 sind die durchschnittlichen Löhne in Brandenburg um rund 19 Prozent gestiegen – stärker als in Ost- und Westdeutschland. Der Abstand zum westdeutschen Lohnniveau verringerte sich dadurch von 13 auf neun Prozent.
Zugleich konnten mehr offene Fachkräftestellen besetzt werden. Die Nichtbesetzungsquote sank innerhalb eines Jahres von 44 auf 34 Prozent und erreichte damit den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Auch der Anteil der Betriebe mit unbesetzten Fachkräftestellen ging bereits das dritte Jahr in Folge zurück. Diese Entwicklung ist eng mit der aktuellen konjunkturellen Entwicklung verknüpft und in Ost- wie Westdeutschland gleichermaßen zu beobachten.
Positive Signale kommen ebenfalls vom Ausbildungsmarkt. Im Jahr 2025 waren 45 Prozent der brandenburgischen Betriebe ausbildungsberechtigt, zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die Hälfte dieser Betriebe beteiligte sich aktiv an der Ausbildung. Der Anteil unbesetzter Ausbildungsplätze sank auf 34 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert seit dem Ausbildungsjahr 2015/2016. Besonders erfreulich ist die hohe Bindung junger Fachkräfte: 77 Prozent der erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen blieben nach ihrer Ausbildung in ihrem Ausbildungsbetrieb.
Auch mit Blick auf Investitionen und Innovationen sind die Ergebnisse ermutigend. Im Geschäftsjahr 2024 investierten 43 Prozent der Betriebe in ihre weitere Entwicklung. Das durchschnittliche Investitionsvolumen stieg auf rund 7.900 Euro je Vollzeitäquivalent und lag damit über dem ostdeutschen Vergleichswert. Darüber hinaus realisierten 42 Prozent der Betriebe Innovationen. Neue Technologien gewinnen ebenfalls an Bedeutung: Bereits 22 Prozent der brandenburgischen Betriebe nutzen Künstliche Intelligenz, weitere acht Prozent planen deren Einsatz.
Die 30. Welle des IAB-Betriebspanels macht damit deutlich: Brandenburgs Betriebe schaffen Beschäftigung, investieren in ihre Zukunft und eröffnen jungen Menschen verlässliche berufliche Perspektiven. Aber um ihren Personalbedarf auch künftig decken zu können, muss mehr für die berufliche Weiterbildung in den Betrieben getan werden. Das Panel zeigt, dass es hier weiterhin Nachholbedarf gibt.
Der vollständige Bericht zur 30. Welle des IAB-Betriebspanel Brandenburg steht auf der Internetseite des MASGZ zum Download zur Verfügung.
Aus dem Arbeitsmarktbericht:
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im September 2026 in Brandenburg 85.886 Menschen arbeitslos, davon 37.529 Frauen (43,7 Prozent) und 48.357 Männer (56,3 Prozent). Das sind 2.744 Personen weniger als im August und 168 mehr als im September 2025.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der jungen Arbeitslosen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren um 6,6 Prozent auf 8.844 gestiegen/gesunken. Die Zahl der älteren Arbeitslosen im Alter ab 50 Jahre aufwärts ist im Vergleich zum Vorjahr mit 30.281 (plus 175) nahezu gleichgeblieben.