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Minister besucht die Hospizdienste der Johanniter-Unfall-Hilfe in Eisenhüttenstadt

Der zweite Termin seines dauerhaften Besuchsformats „Festgehalten – was uns zusammenhält“ führte Brandenburgs Minister für gesellschaftlichen Zusammenhalt René Wilke diesmal nach Eisenhüttenstadt zu den Hospizdiensten der Johanniter-Unfall-Hilfe im Regionalverband Oderland-Spree.

Symbolbild für den 2. Termin der Reihe festgehalten

Der zweite Termin seines dauerhaften Besuchsformats „Festgehalten – was uns zusammenhält“ führte Brandenburgs Minister für gesellschaftlichen Zusammenhalt René Wilke diesmal nach Eisenhüttenstadt zu den Hospizdiensten der Johanniter-Unfall-Hilfe im Regionalverband Oderland-Spree.


Das Minister-Bild

Mit einem Foto, das Minister Wilke bei jedem Besuch selbst erstellt, sowie einer Sprachnachricht lässt er die Menschen unmittelbar nach jedem Besuchstermin an ersten Eindrücken teilhaben. So auch nach dem Besuch des Hospizdienstes der Johanniter-Unfall-Hilfe im Regionalverband Oderland-Spree. Die dort überwiegend ehrenamtlich Engagierten begleiten sterbende Erwachsene ebenso wie Familien mit schwerstkranken Kindern oder Jugendlichen, deren Lebenszeit krankheitsbedingt begrenzt ist.

Mit einem Foto, das Minister Wilke bei jedem Besuch selbst erstellt, sowie einer Sprachnachricht lässt er die Menschen unmittelbar nach jedem Besuchstermin an ersten Eindrücken teilhaben. So auch nach dem Besuch des Hospizdienstes der Johanniter-Unfall-Hilfe im Regionalverband Oderland-Spree. Die dort überwiegend ehrenamtlich Engagierten begleiten sterbende Erwachsene ebenso wie Familien mit schwerstkranken Kindern oder Jugendlichen, deren Lebenszeit krankheitsbedingt begrenzt ist.

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Im Sinne der Barrierefreiheit – Transkript

Puh... Heute der 2. Besuch im Rahmen von "Festgehalten, was uns zusammenhält".

Ganz anders, andere Leute, anderes Setting, ganz andere Themen. Es ging um ehrenamtliche und hauptamtliche Hospizarbeit.

Und ich bin ehrlich gesagt echt froh, dass ich noch ein bisschen Zeit habe zu verdauen, bevor ich ein bisschen intensiver dazu berichte.

Aber ich kann schon mal eins sagen: Ich bin aus dem Termin mit mehr Kraft rausgegangen, als ich reingegangen bin.

Und obwohl es natürlich auch Tiefe und Schwere hatte, war es im Kern fröhlich, optimistisch, kraftvoll und auch sehr faszinierend.

Ja, ich erzähle in Kürze ein bisschen mehr. Bis dahin verdaue ich das erstmal noch.

Puh... Heute der 2. Besuch im Rahmen von "Festgehalten, was uns zusammenhält".

Ganz anders, andere Leute, anderes Setting, ganz andere Themen. Es ging um ehrenamtliche und hauptamtliche Hospizarbeit.

Und ich bin ehrlich gesagt echt froh, dass ich noch ein bisschen Zeit habe zu verdauen, bevor ich ein bisschen intensiver dazu berichte.

Aber ich kann schon mal eins sagen: Ich bin aus dem Termin mit mehr Kraft rausgegangen, als ich reingegangen bin.

Und obwohl es natürlich auch Tiefe und Schwere hatte, war es im Kern fröhlich, optimistisch, kraftvoll und auch sehr faszinierend.

Ja, ich erzähle in Kürze ein bisschen mehr. Bis dahin verdaue ich das erstmal noch.


Der Rückblick

Was Minister Wilke vor Ort besonders überrascht, berührt oder irritiert hat? Was er aus diesen Terminen für sich, die Menschen in Brandenburg und den gesellschaftlichen Zusammenhalt mitnimmt? Einige Tage nach den Besuchsterminen und mit etwas Zeit zur Reflexion berichtet er über seine Begegnungen.

Was Minister Wilke vor Ort besonders überrascht, berührt oder irritiert hat? Was er aus diesen Terminen für sich, die Menschen in Brandenburg und den gesellschaftlichen Zusammenhalt mitnimmt? Einige Tage nach den Besuchsterminen und mit etwas Zeit zur Reflexion berichtet er über seine Begegnungen.

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Im Sinne der Barrierefreiheit – Transkript

In dieser Ausgabe von "Festgehalten" war ich in Eisenhüttenstadt, beim Hospizdienst der 'Johanniter' - ehrenamtliche und hauptamtliche Menschen, die in der Hospizhilfe für Kinder, aber auch für Erwachsene arbeiten. 

Wenn man dort hingeht, denkt man natürlich, es geht um Traurigkeit. Es geht ja um ein anstehendes oder erlebtes, schlimmes Ereignis. Man verliert einen nahen Menschen, möglicherweise sogar ein Kind. Aber alle haben betont, dass Fröhlichkeit, dass Lachen, Dankbarkeit und Herzlichkeit eigentlich im Mittelpunkt der Arbeit steht. Und Trauer spielt auch eine Rolle, aber das andere ist mehr. 

Wenn wir über gesellschaftlichen Zusammenhalt sprechen, dann reden wir natürlich auch viel über Diskurs, über Aushandlung, Verständigung. Beim letzten Mal ging es ja auch um so Orte von Begegnung. In dem Falle entsteht Zusammenhalt dadurch, dass Menschen in sehr schwierigen Lebenslagen, in emotional absoluten Extremsituationen füreinander da sind und bereit sind, das zu tun. Da steckt ja auch viel eigene Energie mit drin, die man erstmal aufbringen muss, die man auch zurückbekommt wohl. Aber die Menschen, die in diesen Situationen sind - zu helfen und sie dabei nicht alleine zu lassen, da entsteht ein Kitt und eine Verbindung und ein sich-verbunden-fühlen und gesellschaftlich nicht alleine gelassen werden. Das hat nochmal eine ganz andere Dimension von Zusammenhalt. 

Das habe ich sie auch gefragt. Ich habe gesagt: „Mensch, es gibt so viele Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Warum Sterbebegleitung?" Die haben gesagt, dass ihnen diese Frage häufig gestellt wird und sie zugleich sie nicht nachvollziehen können, weil sie selber diese Arbeit als unglaublich bereichernd empfinden, dass sie ganz viel Erdung dadurch selbst erfahren, dass sie unglaublich viel Dankbarkeit empfinden und erfahren, von denjenigen, die sie begleiten, dass es mit ihren Lebensgefühlen, mit der Wertschätzung ihres Lebens ganz tiefgreifendes macht und dass sie auch unendlich viel lernen und da enge Verbindungen entstehen, die auch zum Teil viele Jahre bis heute weiter bestehen und auch nie wieder abbrechen. Also ein großes eigenes Wachstum, was so beschrieben wurde durch diese Arbeit. 

Fotografieren bot sich ehrlich gesagt diesmal nicht so an. Es war einfach eine Gesprächssituation, wo wir beieinander saßen, in einer auch dann ja sehr intimen, zum Teil auch emotionalen Atmosphäre. Es gab auch sehr anrührende Momente und das stand diesmal so gar nicht im Vordergrund und war auch schwer dort das mit reinzunehmen, irgendwie ein Foto zu machen. Aber die haben dann selber darauf hingewiesen, dass das Format ja noch ein Foto bedarf und deswegen habe ich dann - haben die etwas vorgeschlagen. Das fand ich eigentlich total schön. Und zwar diesen Baum, das erkennt man jetzt auf dem Foto vielleicht nicht. Der Baum ist gezeichnet von Kindern, die begleitet wurden durch die Helfenden und jeder durfte einen Schmetterling draufkleben und den auch selbst verorten und so weiter. Natürlich auch familiäre Zusammenhänge, die sich da zeigen, wenn man die Hintergründe kennt. Aber das Anrührende fand ich vor allen Dingen, dass natürlich einige von denen, die Schmetterlinge raufgeklebt haben, heute nicht mehr unter uns sind. 

Ich habe ja schon in der Sprachnachricht gesagt, dass ich aus dem Termin mit mehr Kraft rausgegangen bin, als ich reingegangen bin. Das war ganz faszinierend, hat was mit der Ausstrahlung der Menschen dort zu tun, auch mit der besonderen Erdung, die diese Menschen haben durch die Arbeit, die sie machen. Aber es auch was damit zu tun, dass sich ein weiterer Satz sehr eingeprägt hat. Nämlich, dass wir in einer Natürlichkeit über Geburt, Stationen im Leben, die Einschulung, die Hochzeit und so - es gibt viele Momente im Leben, die dazugehören und die gesehen und gewürdigt werden. Und für die Menschen, die da waren, war eine der Botschaften: "Der letzte Abstand des Lebens gehört auch dazu." Und auch den gilt es in Würde - und wenn es geht in Fröhlichkeit und Dankbarkeit - zu vollziehen und zu verbringen. Dass das ganz heilsam ist für alle, wenn das gelingt. Und dieses Sehen, dass es nicht um nur das Sterben und den Tod geht, sondern um den letzten Abschnitt des Lebens, so wie es einen Beginn gibt und eine Mitte und ein Dazwischen, eben auch ein Ende, das dazugehört und das man auch so betrachten sollte, das fand ich auch einen sehr wichtigen Gedanken.

In dieser Ausgabe von "Festgehalten" war ich in Eisenhüttenstadt, beim Hospizdienst der 'Johanniter' - ehrenamtliche und hauptamtliche Menschen, die in der Hospizhilfe für Kinder, aber auch für Erwachsene arbeiten. 

Wenn man dort hingeht, denkt man natürlich, es geht um Traurigkeit. Es geht ja um ein anstehendes oder erlebtes, schlimmes Ereignis. Man verliert einen nahen Menschen, möglicherweise sogar ein Kind. Aber alle haben betont, dass Fröhlichkeit, dass Lachen, Dankbarkeit und Herzlichkeit eigentlich im Mittelpunkt der Arbeit steht. Und Trauer spielt auch eine Rolle, aber das andere ist mehr. 

Wenn wir über gesellschaftlichen Zusammenhalt sprechen, dann reden wir natürlich auch viel über Diskurs, über Aushandlung, Verständigung. Beim letzten Mal ging es ja auch um so Orte von Begegnung. In dem Falle entsteht Zusammenhalt dadurch, dass Menschen in sehr schwierigen Lebenslagen, in emotional absoluten Extremsituationen füreinander da sind und bereit sind, das zu tun. Da steckt ja auch viel eigene Energie mit drin, die man erstmal aufbringen muss, die man auch zurückbekommt wohl. Aber die Menschen, die in diesen Situationen sind - zu helfen und sie dabei nicht alleine zu lassen, da entsteht ein Kitt und eine Verbindung und ein sich-verbunden-fühlen und gesellschaftlich nicht alleine gelassen werden. Das hat nochmal eine ganz andere Dimension von Zusammenhalt. 

Das habe ich sie auch gefragt. Ich habe gesagt: „Mensch, es gibt so viele Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Warum Sterbebegleitung?" Die haben gesagt, dass ihnen diese Frage häufig gestellt wird und sie zugleich sie nicht nachvollziehen können, weil sie selber diese Arbeit als unglaublich bereichernd empfinden, dass sie ganz viel Erdung dadurch selbst erfahren, dass sie unglaublich viel Dankbarkeit empfinden und erfahren, von denjenigen, die sie begleiten, dass es mit ihren Lebensgefühlen, mit der Wertschätzung ihres Lebens ganz tiefgreifendes macht und dass sie auch unendlich viel lernen und da enge Verbindungen entstehen, die auch zum Teil viele Jahre bis heute weiter bestehen und auch nie wieder abbrechen. Also ein großes eigenes Wachstum, was so beschrieben wurde durch diese Arbeit. 

Fotografieren bot sich ehrlich gesagt diesmal nicht so an. Es war einfach eine Gesprächssituation, wo wir beieinander saßen, in einer auch dann ja sehr intimen, zum Teil auch emotionalen Atmosphäre. Es gab auch sehr anrührende Momente und das stand diesmal so gar nicht im Vordergrund und war auch schwer dort das mit reinzunehmen, irgendwie ein Foto zu machen. Aber die haben dann selber darauf hingewiesen, dass das Format ja noch ein Foto bedarf und deswegen habe ich dann - haben die etwas vorgeschlagen. Das fand ich eigentlich total schön. Und zwar diesen Baum, das erkennt man jetzt auf dem Foto vielleicht nicht. Der Baum ist gezeichnet von Kindern, die begleitet wurden durch die Helfenden und jeder durfte einen Schmetterling draufkleben und den auch selbst verorten und so weiter. Natürlich auch familiäre Zusammenhänge, die sich da zeigen, wenn man die Hintergründe kennt. Aber das Anrührende fand ich vor allen Dingen, dass natürlich einige von denen, die Schmetterlinge raufgeklebt haben, heute nicht mehr unter uns sind. 

Ich habe ja schon in der Sprachnachricht gesagt, dass ich aus dem Termin mit mehr Kraft rausgegangen bin, als ich reingegangen bin. Das war ganz faszinierend, hat was mit der Ausstrahlung der Menschen dort zu tun, auch mit der besonderen Erdung, die diese Menschen haben durch die Arbeit, die sie machen. Aber es auch was damit zu tun, dass sich ein weiterer Satz sehr eingeprägt hat. Nämlich, dass wir in einer Natürlichkeit über Geburt, Stationen im Leben, die Einschulung, die Hochzeit und so - es gibt viele Momente im Leben, die dazugehören und die gesehen und gewürdigt werden. Und für die Menschen, die da waren, war eine der Botschaften: "Der letzte Abstand des Lebens gehört auch dazu." Und auch den gilt es in Würde - und wenn es geht in Fröhlichkeit und Dankbarkeit - zu vollziehen und zu verbringen. Dass das ganz heilsam ist für alle, wenn das gelingt. Und dieses Sehen, dass es nicht um nur das Sterben und den Tod geht, sondern um den letzten Abschnitt des Lebens, so wie es einen Beginn gibt und eine Mitte und ein Dazwischen, eben auch ein Ende, das dazugehört und das man auch so betrachten sollte, das fand ich auch einen sehr wichtigen Gedanken.